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Kleines Handpuppen-Ensemble

HANDPUPPEN

Spassmacher, Possenreisser und andere Lustigmacher...

Der Hauptdarsteller des Handpuppenspiels, die lustige Person, ist ganz auf Komik angelegt. Ihre Handlungen waren immer auf «Action» angelegt. Ihre Existenz kann man bis ins 16. Jahrhundert zurückverfolgen. Totschlag und Prügeleien bestimmten den Inhalt der Stücke die gespielt wurden. Sie tritt mit bestimmten Requisiten auf: Knüppel (Pritsche), Narrenszepter, usw. Ihr Gesicht ist immer markant und eine Habichtsnase darin ist dominierend. Die Charaktereigenschaften der lustigen Figur waren durchwegs zweifelhaft. Völlerei, Hang zum Suff und zudem war der Kasper − wie er nun genannt wurde − ein notorischer Weiberheld. Mit der Obrigkeit lag er dauernd in den Haaren. Was sonst niemand zu sagen wagte, er tat es. Er war nicht nur ein Possenreisser, sondern kritisierte die Obrigkeit und deshalb wurde das Puppenspiel auch den Verfolgungen von Kirche und Obrigkeit ausgesetzt. Zudem war auch die Nichtsesshaftigkeit der Puppenspieler, die von Ort zu Ort zogen, auch ein Grund dazu. Sie gehörten zu den Vaganten und wurden als solche diskriminiert. Die Stücke die gespielt wurden,  hatten meist einen improvisatorischen Handlungsablauf. Es fand keine Fixierung der Texte statt.

Dieser prügelschwingende Kasper alter Prägung hat sich heute völlig verändert. Er wurde zum «braven» Kasper. Speziell für die Kinder wurde eine gutmütige Narren-Figur erfunden. Das lustige Spiel mit dem Kasper wurde mehr und mehr missbraucht, den Zuschauern pädagogische und politische Inhalte zu vermitteln. Kasper ist Umweltpädagoge geworden. Er zeigt den Kindern, wie man die Zähne richtig putzt und sortiert Müll.

Heute gibt es aber viele Aufführungen mit neuen Figuren. Die Spieler haben sich gänzlich von der traditionellen Spielweise abgewendet. Sie nennen sich Figurentheaterspieler. Die «Heile-Welt-Figur» des Kaspers kommt darin nicht mehr vor.

altes Spielensemble mit Faust und Teufel
französische Guignolpuppen
©2006 Erika Scanferla Zudila Webhilfe